Festbrennweiten machen kreativ? Ich bin da skeptisch.
29.12.2025
Wenn man sich ein bisschen mit Fotografie beschäftigt, stößt man früher oder später auf diesen einen gut gemeinten Ratschlag: „Nimm doch mal eine Festbrennweite, das macht dich kreativer.“
Ich nutze ein Zoomobjektiv. Ja, eines von diesen „unsexy“ Dingern, die angeblich alles können, aber nichts richtig. Und weißt du was? Es funktioniert hervorragend – wenn man es bewusst nutzt. Ich zoome nicht wahllos herum, weil ich zu faul bin, mich zu bewegen.
Ich habe das so oft gehört, gelesen und in Videos gesehen, dass es fast wie ein Naturgesetz wirkt. Und ganz ehrlich: Ich halte das für ziemlich überbewertet. Nicht falsch verstehen – ich glaube nicht, dass das kompletter Unsinn ist. Aber ich glaube, dass dieser Tipp viel zu oft pauschal rausgehauen wird, ohne zu fragen, was man eigentlich fotografiert und wie man arbeitet.
Zoom ist kein Zeichen von Bequemlichkeit
Ich nutze ein Zoomobjektiv. Ja, eines von diesen „unsexy“ Dingern, die angeblich alles können, aber nichts richtig. Und weißt du was? Es funktioniert hervorragend – wenn man es bewusst nutzt. Ich zoome nicht wahllos herum, weil ich zu faul bin, mich zu bewegen.
Ich entscheide mich je nach Situation:
- mal für Weite, um Raum und Architektur zu zeigen
- mal für Nähe, um Menschen in der Szene hervorzuheben
- mal für Abstand, um Situationen einzufangen, ohne sie zu stören
Dieses Argument höre ich ständig: „Einschränkung fördert Kreativität.“ Ja. Manchmal. Aber nicht immer. Und schon gar nicht automatisch. Eine Einschränkung hilft nur dann, wenn sie mir hilft, klarer zu sehen. Wenn sie mich aber davon abhält Bilder zu machen, dann ist sie keine Hilfe, sondern ein Hindernis.
In der Stadt kann ich nicht immer einen Schritt nach links, fünf Meter zurück oder einfach die Perspektive wechseln. Manchmal ist da eine Wand. Oder Verkehr. Oder Menschen. Oder schlicht keine Zeit. Ein Zoom gibt mir in genau diesen Momenten Spielraum. Und dieser Spielraum sorgt nicht dafür, dass ich weniger kreativ bin – sondern dafür, dass ich überhaupt ein Bild mache.
Ich glaube inzwischen, dass es gar nicht um Zoom oder Festbrennweite geht.
Der eigentliche Unterschied ist ein ganz anderer:
Treffe ich bewusste Entscheidungen – oder nicht?
Man kann mit einer Festbrennweite genauso gedankenlos fotografieren wie mit einem Zoom. Und man kann mit einem Zoom sehr klar wissen, warum man genau jetzt diese Perspektive wählt. Die Brennweite allein denkt nicht für mich. Das muss ich schon selbst tun.
Ich verstehe, warum der Rat mit der Festbrennweite so oft gegeben wird. Sie zwingt einen dazu, langsamer zu werden. Konstanter zu sehen. Sich weniger mit Technik zu beschäftigen.
Aber das ist kein allgemeingültiges Rezept. Es passt gut für ruhige Projekte, geplante Serien oder bewusst langsames Arbeiten. Nicht aber automatisch für dynamische Straßenszenen, spontane Begegnungen oder Orte, an denen sich alles ständig verändert.
Ich glaube nicht, dass Zooms unkreativ machen. Ich glaube nicht, dass Festbrennweiten magisch bessere Bilder erzeugen. Und ich glaube nicht, dass man sich das Leben absichtlich schwer machen muss, um gute Fotos zu machen. Für mich ist ein Zoom kein Kompromiss, sondern ein Werkzeug. Und solange ich es bewusst einsetze, hilft es mir dabei, Situationen einzufangen, statt sie zu verpassen. Vielleicht ist das nicht die romantischste Antwort.
Aber für mich ist sie ehrlich.
- mal für Nähe, um Menschen in der Szene hervorzuheben
- mal für Abstand, um Situationen einzufangen, ohne sie zu stören
Das ist keine Gedankenlosigkeit. Das ist Reaktion auf das, was vor mir passiert. Gerade auf der Straße habe ich oft keine zweite Chance. Wenn ich erst überlegen muss, ob ich näher ran laufen oder weiter zurückgehen kann, ist der Moment meist schon vorbei.
Einschränkung macht nicht automatisch kreativ
Dieses Argument höre ich ständig: „Einschränkung fördert Kreativität.“ Ja. Manchmal. Aber nicht immer. Und schon gar nicht automatisch. Eine Einschränkung hilft nur dann, wenn sie mir hilft, klarer zu sehen. Wenn sie mich aber davon abhält Bilder zu machen, dann ist sie keine Hilfe, sondern ein Hindernis.
In der Stadt kann ich nicht immer einen Schritt nach links, fünf Meter zurück oder einfach die Perspektive wechseln. Manchmal ist da eine Wand. Oder Verkehr. Oder Menschen. Oder schlicht keine Zeit. Ein Zoom gibt mir in genau diesen Momenten Spielraum. Und dieser Spielraum sorgt nicht dafür, dass ich weniger kreativ bin – sondern dafür, dass ich überhaupt ein Bild mache.
Der eigentliche Unterschied liegt woanders
Ich glaube inzwischen, dass es gar nicht um Zoom oder Festbrennweite geht.
Der eigentliche Unterschied ist ein ganz anderer:
Treffe ich bewusste Entscheidungen – oder nicht?
Man kann mit einer Festbrennweite genauso gedankenlos fotografieren wie mit einem Zoom. Und man kann mit einem Zoom sehr klar wissen, warum man genau jetzt diese Perspektive wählt. Die Brennweite allein denkt nicht für mich. Das muss ich schon selbst tun.
Warum dieser Tipp trotzdem so beliebt ist
Ich verstehe, warum der Rat mit der Festbrennweite so oft gegeben wird. Sie zwingt einen dazu, langsamer zu werden. Konstanter zu sehen. Sich weniger mit Technik zu beschäftigen.
Aber das ist kein allgemeingültiges Rezept. Es passt gut für ruhige Projekte, geplante Serien oder bewusst langsames Arbeiten. Nicht aber automatisch für dynamische Straßenszenen, spontane Begegnungen oder Orte, an denen sich alles ständig verändert.
Mein Fazit
Ich glaube nicht, dass Zooms unkreativ machen. Ich glaube nicht, dass Festbrennweiten magisch bessere Bilder erzeugen. Und ich glaube nicht, dass man sich das Leben absichtlich schwer machen muss, um gute Fotos zu machen. Für mich ist ein Zoom kein Kompromiss, sondern ein Werkzeug. Und solange ich es bewusst einsetze, hilft es mir dabei, Situationen einzufangen, statt sie zu verpassen. Vielleicht ist das nicht die romantischste Antwort.
Aber für mich ist sie ehrlich.